Innenraum der Wallfahrtskirche Hafnerberg

Fahrt nach Klein-Mariazell und Hafnerberg

Für unsere Exkursion zu christlichem Kulturgut nahmen wir uns in diesem Jahr einen ganzen Tag Zeit. Ziel waren zwei Gotteshäuser, die von der Ordensgemeinschaft der Brüder Samariter FLUHM (Flamme der Liebe des unbefleckten Herzens Mariens) betreut werden.

Am Samstag, 16. Mai 2026 um 9.45 Uhr ging die Fahrt vom Parkplatz St. Pölten, Mariazeller Straße/P+R Süd los. Gut gelaunt trotzten wir dem unfreundlichen Wetter, waren wir doch im Kleinbus der Firma Kerschner gut aufgehoben.

Um 10.45 Uhr erwartete uns P. Alois Hüger bereits in der Basilika Klein-Mariazell. Gemeinsam mit einer anderen Gruppe begannen wir die Führung durch das Gotteshaus mit einer Andacht zu Ehren der Gottesmutter.

Beginnend mit dem Chor zeigte uns P. Alois im Anschluss den Innenraum des beeindruckenden Gotteshauses. Er verwies auf die prachtvollen Wand- und Deckenfresken, die 1758/1759 vom böhmisch-österreichischen Barockmaler Johann Wenzel Bergl, dem Lieblingsmaler Maria Theresias, angefertigt worden waren. Als Kunstwerk einer Marien-Wallfahrtskirche stellt der eindrucksvolle Freskenzyklus das Leben Mariens – vom Tempelgang bis zur glorreichen Krönung dar. Die Motive gehen zum Teil auf apokryphe Texte zurück.

Der anschließende Besuch in der Krypta ließ Einblicke in die Vergangenheit von Klein-Mariazell zu, die uns von P. Alois ausführlich dargelegt wurden.

Die Entstehungsgeschichte besagt, dass es schon Jahrzehnte vor der Gründung des berühmten steirischen Mariazell ein Benediktinerkloster gleichen Namens im südlichen Wienerwald gegeben hat. Die Klosterkirche wurde 1136 vom Markgrafen Leopold III., dem Heiligen, gegründet. Hervorgegangen aus der Zelle der heiligen Maria trug es den Namen Mariazell in Österreich, es wurde erst im 19. Jahrhundert zum heutigen Klein-Mariazell. Nach bewegten Zeiten im Lauf der klösterlichen Geschichte wurde die Kirche nach umfassenden Restaurierungsarbeiten von Kardinal Christoph Schönborn 1998 neu geweiht und 2007 zur Basilika erhoben, was auf zwei Marmortafeln vor dem Altarraum belegt wird.

Dankbar für die aufschlussreichen Ausführungen verabschiedeten wir uns von P. Alois, in der Stiftstaverne wartete bereits das Mittagessen auf uns.

Danach besuchten wir um 14.00 Uhr die Wallfahrtskirche Hafnerberg Zu unserer lieben Frau. Sie ist Ausdruck der aufblühenden barocken Religiosität im 18. Jahrhundert, prunkvoll ausgestattet mit zahlreichen Kostbarkeiten, goldverzierten Heiligenfiguren und edlen Deckenfresken – 1744 von Ignaz Mildorfer, einem Schüler Paul Trogers angefertigt. Sie zeigen den Heilsplan Gottes und die Rolle, die Maria darin spielt.

Die Gründung der Kirche geht vermutlich auf eine Mariensäule zurück, die ein Müllermeister im 17. Jh. zum Dank für ein glimpflich ausgegangenes Unglück errichten ließ. Sie ist hinter dem Hauptaltar zu besichtigen.

P. Karl-Heinz führte uns durch Gotteshaus und Schatzkammer. Er machte uns auf erstaunliche Details an den Fresken und im Baugefüge aufmerksam. So etwa auf das sogenannte Weihnachts-Lichtwunder: Am Christtag um 9.00 Uhr trifft der Strahl der Sonne genau auf das Gnadenbild am Hauptaltar. Zu sehen unter: https://hafnerberg.at

Darüber hinaus versetzten uns die Kunstschätze in der Schatzkammer in Staunen. Vieles gab es hier zu bewundern und P. Karl-Heinz hatte viele Fragen zu beantworten, was er auch sehr versiert tat.

Auch die Orgel aus dem Jahr 1767 gilt als Besonderheit. Ist sie doch eine der wenigen weitgehend im ursprünglichen Zustand erhaltenen Instrumente dieser Zeit. Eine alte, jedoch – wie sich herausstellte – restaurierte Uhr oberhalb der Orgel, von deren Funktionstüchtigkeit P. Karl-Heinz erst durch uns überzeugt werden musste, mahnte zum Abschiednehmen.

Mit einem Vater unser – spontan gesungen – und dem priesterlichen Segen verließen wir das Gotteshaus.

Durch zahlreiche interessante Eindrücke bereichert und so manche(r) auch mit dem Gedanken im Hinterkopf, die beiden Örtlichkeiten wieder einmal zu besuchen, machten wir uns auf den Weg zum Heurigenbesuch. Gestärkt durch die feine Jause traten wir dann die Heimfahrt an.

Nach diesem erbaulichen Tag in wohltuender Gemeinschaft setzte uns unser umsichtiger Bus-Chauffeur um 19.10 Uhr wieder gut in St. Pölten ab.